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Bei schönstem Augustwetter haben wir uns am letzten Sonntag mal ein etwas weiter entferntes Ziel für den Sonntagsspaziergang gewählt: Kappeln an der Schlei – oder genauer gesagt, das Dörfchen Maasholm. In dieser Ecke von Schleswig-Holstein war ich tatsächlich noch nie, und war sehr angenehm überrascht von der schönen Landschaft. Als Ziele hatten wir grob drei EarthCaches in der Ecke angepeilt, die zu einem kleinen Ausflug zu einem Naturerlebniszentrum gehörten und zu einem kleinen (winzigen) Rundgang durch Maasholm.

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Morgens um halb 9 stand man dort vor dem Bäcker für Brötchen an, habe ich so lange nicht mehr gesehen.

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Aber auch wenn ein Großteil der Ferienwohnungen in dem niedlichen kleinen ehemaligen Fischerörtchen offensichtlich belegt war, war es ruhig und entspannt dort. Überhaupt kein Vergleich mit den Badeorten die Küste hinab. Hier könnte ich mir auch ein paar schöne Herbsttage und vielleicht sogar Winterspaziergänge gut vorstellen, und lange Sommernächte am Schleiufer sowieso.

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Die kleinen Einzelliegeplätze für die Boote ziehen sich um einen großen Abschnitt der Halbinsel; in den Gärten vor den alten Häusern findet man tatsächlich noch Gemüsegärtlein und Fischreusen, wenn auch die Zahl der Yachten in der Bucht eine deutliche Sprache spricht.

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Nach dem Rundgang durchs Dorf und am Hafen vorbei (es gibt am Ortseingang einen großen, kostenlosen Parkplatz und öffentliche Toiletten) ging es weiter Richtung Naturerlebniszentrum. Man kann nicht bis hin fahren, jedenfalls nicht mit dem Auto, dafür gibt es einen Parkplatz am der Zufahrt, rund 2 km vom NEZ entfernt, und hier erwartete uns eine lustige Überraschung.

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Diese:

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Am Parkplatz steht ein Pool an kostenlosen (alten) Fahrrädern zur Verfügung, die man umsonst, aber ausschließlich für die Strecke zum NEZ, nutzen darf. Auch Kinderräder sind reichlich vorhanden, erbeten wird eine kleine Spende am NEZ.

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Nett auch der Hinweistext auf dem Schild:

Der Weg zum NEZ dauert zu Fuß und ohne Kinder ca. 20 Minuten, mit Kindern meistens länger …und mit unseren Leihfahrrädern ca. 10 Minuten.

Zehn Minuten halte ich zwar für zweifelhaft, wenn man unterwegs auch mal stoppt, die Schilder liest, sich umschaut, die Natur genießt, aber auf jeden Fall sahen der Liebste und ich und an, und sagten: „Warum eigentlich nicht?“

Die Tücke des Objektes war vor allem, für ihn mit seinen sehr langen Beinen ein passendes Objekt zu finden (das klappte nicht), und man muss sich auch klarmachen, dass die Räder alte Möhren sind – mein Single-Speed-Bike rollte immerhin prima, dafür war der Lenker etwas wacklig, die Lenkstange verschob sich schonmal, das Tretlager hatte bessere Zeiten gesehen, aber bei strahlendem Sonnenschein, für lau, auf einer kurzen Strecke, fiel das eher unter Belustigung als wirklich Störfaktor. Gemütlich radelten wir in die Pampa, sahen Gänsen beim Weiden zu, beäugten wilde Mirabellen und Schlehen, und erklommen den höchsten Punkt, einen Endmoränenhügel, sensationelle 8,60 Meter über Normalnull.

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Bis zum NEZ sind wir dann gar nicht mehr gefahren, sondern irgendwann langsam und vergnügt zurück geradelt, wobei wir noch ein Infoschild zu den Wikingern und ein Schwert im Stein anschauten.

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Auch hier haben wir uns vorgenommen, mal wieder hinzufahren. Ein sehr hübsches, sehr entspanntes Fleckchen Norddeutschland – und die unverhoffte Miniradtour fanden wir eine super Idee, sowas könnten sich gern mehr Ziele als Beispiel nehmen.