20160703-SM-N9005-denhelder-leuchtturmblick

WOCHENENDE! – Wie, Wochenende?

„Nächsten Samstag habe ich frei.“ erklärte mir der Mann. „Wenn du den Montag auch frei hast, sollten wir wegfahren,“ gab ich zurück. – Freie Wochenenden sind hier Mangelware, und enden, so sie denn auftreten, meist in einem 1100-km-Roundtrip zu unserer beider Mütter. Nicht so dieses Mal.

„Ich will ans Meer.“ verkündete ich. Und schnell war ein Ziel gefunden, nämlich die dänische Nordseeküste. Aber die Wettervorhersage war mau, und so beschlossen wir, doch einfach zu Hause zu bleiben.
Oder doch nicht.

Man muss solche Gelegenheiten einfach nutzen… ein Dutzend Websearches, verworfene Ideen und neue Ziele auf der ToDo-Liste später hatten wir uns entschieden. Das Ziel hieß Den Helder.

Nicht ganz unschuldig war daran das Hotel, das der Liebste aufgetan hatte (dazu in gesondertem Beitrag mehr), das uns beiden spontan zusagte. Und so warfen wir uns am letzten Samstag früh auf die Autobahn, und tatsächlich, kurz hinter Oldenburg klarte der Himmel auf, der Dauerregen wich strahlend blauem Himmel, und wir wussten: so sollte das.

Am IJsselmeer schließlich begrüßte uns strahlender Sonnenschein. Es war windig, Windstärke 6-7. was die Kitesurfer sehr toll fanden, und so machten wir einen kleinen Halt am Kornwerderzand, um ihnen etwas zuzusehen und uns den Meerwind um die Nase blasen zu lassen.

20160702-SM-A510F-ijssel-kitesurfer

Nach kurzem Halt fuhren wir weiter über den rund 30 km langen Afsluitdijk, der das IJsselmeer von der Nordsee trennt, und besuchten noch einen EarthCache, Buitendijkse Zandplaten, direkt am Naturschutzinfozentrum Balgzand.

20160702-SM-A510F-balgzand

Nun kann man sich fragen, wieso man 500 km für ein Wochenende fährt, aber wir wollten vor allem Wind, Weite und Meer, und nicht das Gefühl, dass man ja auch bequem hätte zu Hause übernachten können, und das Roadtripping ist für uns schon lange ein Teil des Vergnügens, wenn es auch in USA deutlich entspannter und entspannender ist.

20160702-SM-N9005-waddenzee

Was macht man an so einem verlängerten Wochenende in Holland? In Den Helder, wo auch die Fähre auf die (schöne) Insel Texel fährt, gibt es ein großes Marinemuseum und diverserlei anderen Kleinkram anzuschauen, aber angesichts des schönen Wetters verbrachten wir den Großteil unserer eineinhalb Tage an der frischen Luft.

Das Hotel, das wir uns ausgesucht hatten, ist in einem grünen Villenvorort von Den Helder angesiedelt, Huisduinen, und dort begannen auch unsere Strandspaziergänge – durch das Örtchen hindurch, an der Kirche und dem alten Schulhaus und einem in Renovierung begriffenen Hotel vorbei, und dann standen wir am Meer.

20160702-SM-A510F-huisduin-kirche
Der Wind blies uns fast vom Deich, aber die Luft war recht warm, die Sonne schien, wir waren angekommen, Urlaub, wie er sein soll.

20160702-SM-A510F-vuurtoren-denhelder

20160703-SM-N9005-strand-denhelder

Am Samstag und Sonntag liefen wir also ausgesprochen viel rum, mal südlich, mal nordwärts, sammelten ein paar Geocaches ein, darunter auch den Earthcache an den  Noordduinen, saßen am Strand in der Sonne, tranken windgeschützt Kaffee, schauten Raupen beim Krabbeln zu, genossen die Dünenlandschaft und die Ruhe.

20160703_113536-ANIMATION

Trotz besten Wetters war auf den meisten Strandabschnitten nichts los, nur in Callantsoog, wo sich das touristische Hauptgetümmel versammelte, konnte man unschwer erkennen, dass Hochsaison war.

20160702-SM-N9005-denhelder-strand

20160703-SM-N9005-strand-blauerhimmel

Wie auch auf Texel liegt bei Den Helder ein breiter Streifen Naturschutzgebiet hinter und in den Dünen, durch das ein die gesamte Küste entlang reichender Rad- und Wanderweg führt. Hochlandrinder und Wildpferde grasten, an manchen Stellen gibt es Vogelbeobachtungsstationen, Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, und bis auf wenige Strandabschnitte kann man das genießen, weswegen wir hier waren: Ruhe, Weite, Natur.

20160702-SM-N9005-denhelder-duenen

20160702-SM-N9005-denhelder-duenen-3

Spaßig war, Schaumbällchen beim Rollen zuzuschauen, oder den Möwen, die im starken Wind gekonnt umhersegelten, und die wie Kampfflieger an den Dünenkanten entlangschossen.

Auch wenn es Anfang Juli war, war man in Jeans und einem Hemd nicht falsch bekleidet – durchaus Temperaturen, bei denen wir uns wohlfühlten. Ein paar Leute lagen in Badehosen am Strand, aber die meisten begnügten sich doch mit Spazierengehen, oder wie wir, damit, eine Weile im Sand zu sitzen und auf’s Meer zu starren. Und wenn es dann etwas komfortabler sein soll, gibt es auch (um diese Jahreszeit) gemütliche, nicht überlaufene Gastronomie, wie hier am Strand Grote Keeten.

20160703-SM-A510F-princenkeet-3

20160703-SM-A510F-princenkeet-2

Ein total unaufgeregter, ereignisarmer,  entschleunigter, wunderschöner Trip, der das Hirn mal wieder rebootet hat. Samstag los, Montag zurück nach Hamburg, gefühlt doppelt so lange weg gewesen.

Perfekt.